B.8 Ich, du und die anderen – Was tun mit so vielen verschiedenen Bedürfnissen?

Eine Einführung in Betzavta

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Postwachstumsutopien sind oft mit Ideen von konvivialen Gemeinschaften verbunden, welche Fragen des gemeinsamen Zusammenlebens aufwerfen. Die Ideen von basisdemokratischen Gruppenprozessen braucht ein Verständnis davon, wie Beteiligung für jede*n möglich ist und wie Ausschlussmechanismen funktionieren. Wie kann ein beteiligendes Miteinander funktionieren? Was hindert mich daran? Welche Bedürfnisse habe ich und was tue ich, wenn diese mit anderen Bedürfnissen in der Gruppe in Konflikt stehen? Wie können wir einen Konsens finden und was bedeutet Konsens eigentlich? Diesen Fragen gehen wir im Kurs nach, indem wir uns mit dem eigenen Verhalten hinsichtlich Diversität und Entscheidungsfindung auseinandersetzen und was das für demokratische Gesellschaften bedeutet.
Mithilfe von Betzavta-Aktivitäten treten wir in Entscheidungsprozesse ein, reflektieren anhand dieser konkreten Situationen das eigene demokratische Verhalten und erarbeiten, welche kreativen Lösungen in Konfliktfällen möglich sind.
Damit wird im Kurs Demokratie nicht als bloßes Instrument verstanden, sondern als Haltung und Lebensform.


Ablauf und Methoden:

„Betzavta“ bedeutet übersetzt „Miteinander“. Das Seminarprogramm Betzavta stammt aus der israelischen Friedensbewegung und hat das Ziel, Demokratie und Toleranz zu fördern. Demokratie wird dabei als einen Aushandlungsprozess zwischen Individuen mit dem gleichen Recht auf Freiheit verstanden. Doch was heißt das und wie schaffe ich es, meine Freiheit mit der Freiheit der anderen in Einklang zu bringen? Welche Werte sind mir in einer Demokratie besonders wichtig und wo bin ich kompromissbereit? An welchen Stellen bin ich demokratisch und an welchen wünschte ich mir manchmal eine autoritäre Entscheidung? Um diese Themen zu reflektieren, arbeiten wir mit praktischen, erlebnisorientierten Aktivitäten, in denen die Teilnehmer*innen selbst Teil des Prozesses sind. Sie erhalten Einblicke in ihre eigenen Verhaltensweisen und die ihnen zugrundeliegenden Bedürfnisse. Dabei lernen sie auch Schritte demokratischer Entscheidungsfindung und unterschiedliche Konsensverfahren kennen.
Ziel und Ergebnis der Aktivitäten sind nicht vorgegeben, sondern offen. Es geht nicht darum das “korrekte” demokratische Verhalten zu vermitteln, sondern darum ein Bewusstsein für Demokratie als Lebensform zu schärfen und das eigene demokratische Handeln zu reflektieren. Folgende Aspekte spielen eine Rolle:
– Diversität von Positionen und Perspektiven
– Herausforderungen für demokratisches Verhalten
– Mehrheit-Minderheit-Beziehungen
– Machtstrukturen
– gemeinsame (demokratische) Entscheidungsfindung
– Aushandlungsprozesse
– transkulturelle Kommunikation
– Konsensverfahren


Zielgruppe/Teilnahmevoraussetzung:

Der Kurs steht allen offen, die sich mit ihrem eigenen demokratischen Verhalten auseinandersetzen wollen.

Info

Tag: 30.07.2018
Anfang: 15:00
Dauer: 02:30
Raum: Zelt/tent 18 (Kurse/courses)
Track: Kurse/Courses
Sprachen de