A.4 Autoland bald abgebrannt?

Strategien für eine sozial-ökologische Transformation

Event large

Der Atomausstieg stellt hierzulande einen der größten sozial-ökologischen Erfolge der letzten Jahrzehnte dar, um den Kohleausstieg wird derzeit gerungen. Nun stellt sich die nächste Frage: Wie kann Druck auf die Autoindustrie ausgeübt werden, damit Diskussionen über eine sozial-ökologische Transformation dort überhaupt in Gang kommen? Wie transformieren wir die „heilige Kuh“ der deutschen Wirtschaft, und wie sieht eine deutsche Gesellschaft ohne das Auto aus?

Das Problem ist: Die Autoindustrie ist ein viel mächtigeres Biest als die Atom- oder die Kohleindustrie. Sie ist mit Abstand die größte 'Arbeitgeberin' des Landes und wird von der global größten Einzelgewerkschaft gestützt; und sie kann (siehe Dieselskandal) ungestraft mehrere zehntausende Menschenleben ihrem Profitstreben opfern. Gleichzeitig steht die Industrie durch die Umstellung auf Elektromotoren und die zunehmende Digitalisierung sowieso unter Druck.

Folgende Fragen wollen wir mit den Teilnehmenden diskutieren:
– Lassen sich Strategien, die wir im Kampf gegen die Atom- und die Kohleindustrie genutzt haben, auf den Autosektor übertragen?
– Wie sieht dieser Sektor eigentlich aus, wo sind seine strategischen Hebelpunkte?
– Wer sind Gegner*innen, wer sind Verbündete in diesem Kampf?
– Wie sieht es mit den oft erwähnten aber dann doch ziemlich leisen 'Konversionsdebatten'?
– Wie schaffen wir sozial-ökologische Alternativen?
– Wo fangen wir an?


Ablauf und Methoden:

Zunächst werden wir den Teilnehmenden über verschiedene Methoden Fachwissen für die Problemanalyse aneignen. In interaktiven und partizipativen Vorträgen am ersten Tag soll der Wissenstand über die Probleme des Autosektors und am zweiten Tag die möglichen aktivistischen Strategien sozialer Bewegungen andererseits vermittelt werden. Auf dieser Grundlage sollen am dritten Tag gemeinsam Kritiken und Gefahren der bisherigen Transformationsmodelle des Grünen Kapitalismus geübt und gesammelt werden. Aus diesen drei Teilen sollen dann in Kleingruppen und Diskussionen Hebelpunkte für einen tiefgreifenden sozial-ökologischen Wandel der Autoindustrie herauskristallisiert werden und daraus mögliche aktivistische Strategien entwickelt werden. Die Referent*innen sehen sich dabei nicht als allwissende Expert*innen, sondern wollen im Austausch mit den Teilnehmenden gemeinsam neue mögliche Felder erschließen, in denen durch Druck von sozialen Bewegungen am autozentrierten-fossilen Kapitalismus gesägt werden kann. Die Referent*innen werden den Teilnehmenden eine Literaturliste zusammenstellen und die Ergebnisse dokumentieren.

TAG 1: Der deutsche Autosektor: Exempel für imperiale Lebensweise & kapitalistisch-ausbeuterische Produktion
TAG 2: Strategien sozial-ökologischer Bewegungen
TAG 3: Technische Entwicklungen und „Alternativen“ des Green & Digital Capitalism
TAG 4: Hebelpunkte / Verbündete / Gegner /Materielle Alternativen: Aktivistische Strategien gegen Automobilität


Zielgruppe/Teilnahmevoraussetzung:

Es gibt keine Teilnahmevoraussetzungen, der Workshop richtet sich jedoch an solche Teilnehmer*innen, die explizit nicht nur an Wissensvermittlung, sondern auch an gemeinsamer Strategieentwicklung interessiert sind.

Info

Tag: 30.07.2018
Anfang: 10:00
Dauer: 02:30
Raum: Zelt/tent 14 (Kurse/courses)
Track: Kurse/Courses
Sprachen de

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